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Blaulichtdialog in Flöha: Direkter Austausch mit Innenminister Armin Schuster

Am 3. September 2026 bot der Blaulichtdialog in Flöha die Gelegenheit, aktuelle Herausforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes unmittelbar mit dem Sächsischen Innenminister Armin Schuster zu diskutieren.

Für den Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen waren unser Vorsitzender Roy Schlesinger und sein Stellvertreter Florian Rau vor Ort. Nach der Einleitung durch die Landtagsabgeordnete Susann Leithoff und einem Impuls des Innenministers zu aktuellen Entwicklungen nutzte unser Vorsitzender die Möglichkeit, zentrale Themen aus Sicht des Kreisfeuerwehrverbandes anzusprechen. Im anschließenden offenen Dialog kamen auch die anwesenden Kameraden zu Wort und konnten konkrete Fragen und Anliegen direkt an den Innenminister richten.

Finanzierung muss mit der Entwicklung Schritt halten
Ein Schwerpunkt war die finanzielle Ausstattung des kommunalen Brandschutzes. In Mittelsachsen zeigt sich seit Jahren, dass der tatsächliche Investitionsbedarf der Städte und Gemeinden die vorhandenen Fördermöglichkeiten übersteigt.

„Auch wenn es im Feuerwehrhaushalt nominell keine Kürzungen gibt, schränken steigende Preise bei nahezu gleichbleibenden Mitteln den Handlungsspielraum unserer Kommunen faktisch ein. Über die Einnahmen aus der Feuerschutzsteuer hinaus stehen derzeit keine zusätzlichen Landesmittel für den Feuerwehrbereich zur Verfügung. Das Tischtuch ist damit an vielen Stellen schlicht zu kurz“, erklärt unser Vorsitzender Roy Schlesinger. Auch die Nachwuchsarbeit wurde angesprochen. Die positive Entwicklung unserer Kinder- und Jugendfeuerwehren zeigt, was engagierte Jugendarbeit bewirken kann. Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung müssen erfolgreiche Strukturen erhalten und finanziell weiter gestärkt werden. Nachwuchsarbeit ist Zukunftssicherung für unsere Feuerwehren.

Feuerwehrverordnung, Entbürokratisierung und Landesbeschaffung
Weitere Themen waren die seit Langem ausstehende umfassende Sächsische Feuerwehrverordnung und eine spürbare Entbürokratisierung. Weniger Verwaltungsaufwand, einfachere Verfahren und verlässliche Regelungen sind für uns auch eine Frage der Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt.

Ebenso haben wir die Landes- und Sammelbeschaffung angesprochen. Gemeinsame Beschaffungen können ein wichtiges Instrument sein, um Feuerwehrtechnik wirtschaftlich, kosteneffizient und mit weniger Verwaltungsaufwand zu beschaffen. Unsere klare Bitte dabei: Es braucht einen verlässlichen Beschaffungsplan über sechs bis acht Jahre, aus dem hervorgeht, wann welche Fahrzeugtypen in welchen Stückzahlen beschafft werden sollen. Nur wenn Kommunen frühzeitig wissen, welche Beschaffungen vorgesehen sind und mit welchen Rahmenbedingungen sie rechnen können, entsteht echte Planungssicherheit für Investitionen und kommunale Haushalte.

Hoffnung auf weitere Fahrzeuge für den Waldbrandschutz
Positiv aufgenommen wurde die Aussage des Innenministers, dass für die weitere Ausstattung der Waldbrandschutzzüge zusätzlich rund zehn Millionen Euro in den Haushalt eingebracht werden sollen – vorbehaltlich der Zustimmung des Sächsischen Landtages. Auch Mittelsachsen könnte davon profitieren, denn bei unserem Waldbrandschutzzug bestehen weiterhin Fahrzeuglücken. Motivierte und ausgebildete Einsatzkräfte brauchen letztlich auch die notwendige Technik, um ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen zu können. Im offenen Dialog nutzten weitere Kameraden die Gelegenheit, ganz konkrete Herausforderungen anzusprechen. Dazu gehörten unter anderem der noch offene Ersatz des verunfallten Tanklöschfahrzeuges aus Breitenau sowie fehlende Technik im Katastrophenschutz und bei der Löschwasserversorgung.

Im Dialog bleiben
Solche direkten Gespräche sind wichtig und sollten regelmäßig stattfinden. Sie leben auch davon, dass sich Kameradinnen und Kameraden beteiligen, ihre Erfahrungen einbringen und konkrete Probleme aus der Praxis benennen. Nicht jedes Thema lässt sich an einem Abend lösen. Innenminister Armin Schuster reagierte auf verschiedene Anliegen mehrfach mit den Worten: „Das nehme ich mit.“

Hoffen wir, dass aus dem einen oder anderen „Das nehme ich mit“ nun auch konkrete Lösungen entstehen.

Als Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen werden wir den Austausch weiterhin suchen und die Interessen unserer Feuerwehren und ihrer Mitglieder klar, sachlich und beharrlich gegenüber Politik und Verwaltung vertreten.

Auch die Freie Presse war beim Blaulichtdialog vor Ort und berichtet ausführlich über den Abend. Zum Bericht der Freien Presse: https://www.freiepresse.de/mittelsachsen/floeha/innenminister-armin-schuster-beim-blaulicht-dialog-in-floeha-das-nehme-ich-mal-mit-artikel14396793?ref=share_link

Bilder Tim Fischer